Pressemeldung vom 09. März 2022

Eröffnung „Archäologie & Playmobil – Burggeschichten“, 13.03.2022

Das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg mit Sitz in Konstanz am Bodensee eröffnet am kommenden Sonntag, 13. März 2022, die 12. Auflage seiner Ausstellungsreihe „Archäologie & Playmobil“. Unter dem Titel „Burggeschichten“ wird die Entwicklung von Befestigungsanlagen und Burgen von der frühkeltischen Zeit bis in das Mittelalter gezeigt. Der Eröffnungstag ist gleichzeitig Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten generell freien Eintritt ins ALM.

Museumsleiterin Dr. Barbara Theune-Großkopf ist vom Konzept der Ausstellungsreihe überzeugt: „Archäologie & Playmobil hat sich seit ihrem Beginn im Jahr 2006 zu einem wahren Besuchermagneten entwickelt. Ich bin zuversichtlich, dass auch die neue Auflage ihr Publikum begeistern wird, zumal wieder sehr viel Energie und Herzblut in den Bau der Modelle geflossen sind.“

Die Ausstellung ist in vier Epochen aufgeteilt und beginnt im 6. Jahrhundert vor Christus:
Zu Beginn befinden sich die Besucherinnen und Besucher zu Gast auf der Heuneburg. Detailgetreue Modelle und Szenen zeigen die Blütezeit der bedeutenden keltischen Höhensiedlung. Sie sieht ganz anders aus, als man sich heute eine klassische Burg vorstellt. Es gibt noch keine Ritter in Rüstung, keine hohen gemauerten Wachtürme oder Zugbrücken. Dafür wird hinter den Lehmziegelmauern Handel mit Gütern aus fernen Gebieten getrieben. Auch die Waren von der Heuneburg waren begehrt. Der Schmied stellt fein verzierten Schmuck her, Stoffe werden bunt eingefärbt und Gefäße getöpfert. In der großen Halle feiert man mit Gästen aus dem Süden ein opulentes Fest mit berauschenden Getränken und gegrillten Schweinen.

Im 4. Jahrhundert n. Chr. an der Grenze zwischen Germanen und Römern: Eine direkt am Fluss gebaute, starke und „burgus“ genannte Befestigungsanlage dient hier als Zwischenlager von Gütern, der Verteidigung des Flussübergangs und der Überwachung des Umlandes. Es sind unruhige Zeiten: Ständig müssen die römischen Soldaten vor Überfällen auf der Hut sein.

Der nächste Bereich der Ausstellung befasst sich mit dem Leben auf einer Motte des 11. Jahrhunderts n. Chr. Die hochmittelalterliche Burg mit einem Turm auf einem künstlich errichteten Erdhügel gibt dem hier lebenden Landadel einen besonders guten Überblick über seinen Besitz – das Umland – und hebt ihn auch räumlich vom Rest der Gesellschaft ab. Auf den Ländereien fällt viel Arbeit an. Es tummeln sich edle Burgfräulein und Ritter; eine Jagdgesellschaft macht sich auf den Weg in den Wald, um das abendliche Festmahl zu sichern.

Damit nicht nur die kleinen Playmobil-Protagonisten, sondern auch alle Ausstellungsbesucher den letzten Bereich der Ausstellung „erklimmen“ können, wurde eigens eine Aussichtsplattform um das Modell einer mittelalterlichen Spornburg (Ende 15. Jahrhundert n. Chr.) gebaut. Sie ragt imposant in die Höhe und sieht mit ihren Türmen, Zinnen, verwinkelten Eckchen und Mauern so aus, wie man sich eine klassische Ritterburg vorstellt. Als Sitz adliger Familien, tapferer Ritter und edler Damen, erstreckt sich die prachtvolle, steinerne Burg über eine Hügelkuppe und beherrscht einen ganzen Landstrich. Aber naht ihr Ende? Schwere Geschütze sind bereits aufgebaut, erste Dächer zerschossen, die Burg befindet sich im Belagerungszustand. Eilig werden weitere Waffen geschmiedet, die Bewohner stellen sich auf den „Lockdown“ ein.
Die neue Sonderausstellung läutet den diesjährigen Themenschwerpunkt „Mittelalter“ im ALM ein, der am 9. Juli mit der Eröffnung der Sonderausstellung „Mittelalter am Bodensee: Wirtschaftsraum zwischen Alpen und Rheinfall“ weiter vertieft wird.

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